Am Kamin

Es knistert,
das Holz
knackt, lauter
noch nur
in meinem Kopf, sie
schmerzt die Leere, ich
sehe eure Schatten
tanzen in den Flammen, sie
zischen, züngeln,
flattern, der Rauch
steigt auf, hoch
in die Schornsteine
der Stadt, flieht,
eure Schatten
tanzen, ich
nicht.

Du sagst die
Einsamkeit das
kann nicht von
Dauer sein, die Zeit
heilt alle Wunden, das
lässt sich
regeln, heutzutage, mit
einem Mausklick findet
sich alles, Bücher,
Trost, eine
Bleibe, Goldfische auch, selbst
der lahme Hugo hat
82 Freunde im
Netz, kein langes
Warten, Nicht-Wissen, wo
suchen, bald
schon Zerstreuung, vielleicht
Liebe gar.

Doch das
Netz in dem Hugo seine
Freunde fängt, ist nicht
seines, es ist
das Zwischen-Netz,
das Netz dazwischen,
zwischen allen und
allem, damit
sind auch seine
82 Freunde nicht seine, sind die
dazwischen, die
jedem ins Netz
gehen könnten, und das
sagst du nicht.

Es knackt
im meinem Kopf, es
knistert das Holz im
Feuer, die Flammen zischen,
züngeln,
flattern, ich
sehe eure Schatten
tanzen, es dreht
sich um euch, ihr
tanzt, seid
zusammen, ich
nicht.

 

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