Bei allem möchte ich

Bei allem möcht ich vor
zum tiefsten Wesen dringen,
bei Arbeit, Wegessuche,
wirren Herzensdingen.

Zum Innersten verflossner Zeiten,
von ihren Gründen lernen,
zu ihren Quellen, ihren Wurzeln
zu ihren tiefsten Kernen.

Allzeit ergreife ich den Faden,
der Schicksale, Erfahrungen,
lebend, denkend, fühlend, liebend,
erlang‘ ich Offenbarungen.

Ach hätte ich nur die Gabe,
ein wenig Meisterschaft,
acht Zeilen wollt‘ ich schreiben
von der Eigenschaft der Leidenschaft.

Über Gesetzesbrüche, über Sünden,
über Rennen, über wilde Hatz,
über Unbedachtes, Hastigkeiten,
rüder Ellenbogen Stöße, zarter Hände Liebesschatz.

Ich spürte ihren Ursprung auf,
ihr Gesetze fänd’ ich heraus,
buchstabierte ihren Namen,
machte ein Lied daraus.

Ich legte Verse an wie einen Garten,
in dem mit jeder Ader zitternd
schlanke Linden Seit an Seite warten,
süße Liebesdüfte witternd.

In meine Verse legte ich den Duft der Rosen,
der jungen Minze zarten Hauch,
Heuernte, Wiesengräser, grüne Auen
und Gewitterdonner auch.

So wie einst Chopin
des Lebens Wunder pflegte,
Vorwerke, Gärten, Haine, Gräber
in seine Lieder legte.

Meines Triumphes
Spiel und seine Pein
würd‘ wie die gespannte Sehne
auf einem stolzen Bogen sein.