Heinrich und das Licht

Mein Vater war Schokoladenfabrikant, sagte Heinrich vor Gericht. Meine Familie verkehrte in vornehmen und gebildeten Kreisen. Ich lernte das Uhrmacherhandwerk, Optik, Mechanik, beschäftigte mich viel mit chemischen und physikalischen Zusammenhängen. Dafür tauschte ich mich mit Professor Münchhausen von der Technischen Hochschule in Hannover aus. Oft kam er zu mir, nach Springe. Wir stellten technische Experimente an, in einem kleinen Raum über meinem Uhrenladen. Münchhausen war es, der mich darauf brachte, dass man elektrisches Licht in einem luftleeren Glasbehältnis mit einem Kohlestift herstellen könnte.

Heinrich schüttelte den Kopf. Münchhausen, der Name sagte ihm etwas. Den hatte er schon einmal gehört. Aber dass er mit dem Versuche angestellt haben sollte.

Aber natürlich hast du das, rief Henry junior. In dem kleinen Raum über deinem Uhrengeschäft. Davon hat Mutter doch immer erzählt. So lange ich denken kann.

Was denn für ein Raum? Unser Haus war doch ganz klein. Und welches Geschäft? Ich bin mit dem Pferdewagen von Hof zu Hof gefahren. Mein Vater mit dem Handwagen, ich mit dem Pferdewagen. Wenn ich ein Geschäft gehabt hätte, dann wären die Leute zu mir gekommen. Wie hier. Deswegen hat man doch ein Geschäft.

Aber Vater, das war in Deutschland, auf dem Lande. Die Leute wohnten auf Höfen, weit voneinander entfernt. Da musstest du zu ihnen fahren, auch wenn du ein Geschäft hattest, es blieb dir gar nichts anderes übrig. Natürlich hattest du ein Geschäft. Du weißt doch, dein Gedächtnis. Aber die meisten sind eben doch nicht zu dir gekommen. Die lange Anreise, man brauchte einen Pferdewagen. Die saßen auf ihren Höfen fest. Dort in Europa ist alles anders. Nicht so fortschrittlich. Deswegen seid Ihr ja nach Amerika ausgewandert.

 

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